Warum tut man sich das an, freigeist

Warum tut man sich das an?

Schule ohne Prüfungen, keine Noten oder Be(ver)urteilungen und immer spielen können oder das machen, wozu die Neugierde einen hinführt …

von Christine Glaser-Ipsmiller

Das kam mir als Schülerin immer wie ein utopischer Wunschtraum vor. Besonders in recht langweiligen Unterrichtsstunden vor mich hinträumend, um dann doch wieder in der „wirklichen Welt“ hochzuschrecken und eine halbwegs interessierte Miene zur Schau stellen, um wenigstens so zu tun, als ob mich die „One-Man-Show“ des Lehrers vor der Klasse ansprechen würde. Ja gut, da mussten wir vor 1980 geborenen wohl durch.

Doch nun – fast wie ein Wunder – gibt es diese Schule tatsächlich und das schon seit bereits unglaublichen 35 Jahren! 

Durch das vorbildhafte Wirken von R. und M. Wild und das beherzte Aufbrechen des Gründungsteams der Lernwerkstatt wurde der Wunschtraum von Abertausenden von SchülerInnen Wirklichkeit. Die ehemaligen träumenden SchülerInnen von anno dazumal wurden Eltern und wünschten sich für ihre Kinder eine Schule, die ihren Nachwuchs zum Erblühen bringt und in der die Kindheit von Lernfreude gekennzeichnet ist.

Die Schule wurde gegründet und zog immer mehr und mehr Familien an. Und so wuchs und wuchs die Schule weiter- von der Nachbarschaft in Herzogenburg, wo die Lernwerkstatt das erste Jahrzehnt beheimatet war, kritisch beäugt, was es denn hier Seltsames gab. Kinder im Garten spielend oder Hütten bauend, wo doch vormittags Unterricht herrschen sollte. Und der Name Lernwerkstatt – das wird ja dann wohl eine „Behindertenschule“ sein.

Nichts desto trotz bemühten wir uns um gute Nachbarschaft und um gute Gespräche. Diese waren übrigens auch bei den zuständigen Behörden wichtig. Da die Lernwerkstatt damals noch kein Öffentlichkeitsrecht hatte, mussten wir unsere Kinder zum Hausunterricht anmelden. Das hatte zur Folge, dass bis zur Erlangung des Öffentlichkeitsrechts im SJ 1999/2000 jährliche Prüfungen abgelegt werden mussten. Das war schon eine echte Herausforderung, einerseits das freie und selbstbestimmte Lernen der Kinder zu ermöglichen, und andererseits genügend Beweise zu sammeln, dass die Kinder hier einigermaßen dem Reglement des österreichischen Lehrplans entsprechen.

Selbstverständlich rückte auch die Schulbehörde aus, um diese seltsamen Leute zu überprüfen. Das ist ja durchaus legitim. Leider sind die Überprüfungen nicht so einfach, wenn gewohnte Pfade verlassen werden und das Schulgebäude keine Jahrgangsklassen enthält und überhaupt die Kinder am ersten Blick ja – was eigentlich – lernen die da überhaupt? Ich erinnere mich an eine handfeste Krise, die die noch junge Lernwerkstatt zu meistern hatte. Ein behördlicher Vertreter (Schulinspektor) kommt in die Schule und möchte die Kinder kennenlernen oder auch ein wenig prüfen….

Unser damaliger Schulleiter, ein sehr engagierter Pädagoge, wachte strengen Auges über das Vorgehen des Inspektors. Und weil er die Kinder vor den wohl erstaunten Äußerungen des Inspektors schützen wollte, bat er diesen kurzerhand die Schule umgehend zu verlassen. Der doch etwas radikale Entschluss, dem Behördenmann die Tür zu weisen, lag höchstwahrscheinlich seiner Tiroler Herkunft zu Grunde. Der Andreas Hofer hätte sich das schließlich auch nicht bieten lassen.

Einerseits waren wir Eltern ob dieses Beschützerinstinkts sehr froh, doch die Schwierigkeiten die danach folgten, waren auch nicht gerade lustig. Letztlich wurde wieder alles von sehr diplomatisch begabten Menschen unserer Elterngruppe glattgebügelt. Eine Zeitlang waren wir jedoch sehr besorgt, ob dieser Zwischenfall zumindest für einige Familien das Ende der Lernwerkstattzeit bedeuten hätte können. 

Und weil ich gerade in der Vergangenheit weile, fällt mir auch noch eine andere Krise ein, die unsere Schule ganz schön gefordert hat. 

Über Krisen zu schreiben, die letztlich bewältigt wurden, ist ja im Unterschied zum Zustand, mitten drinnen in einer Krise zu stecken, ganz leicht. Manche überstandene Krise kann im Nachhinein betrachtet sogar zu heiteren Erzählungen beitragen.

So auch diese Begebenheit: Eines Tages, die Lernwerkstatt befand sich mittlerweile bereits im Wasserschloss und hatte glücklicherweise bereits das Öffentlichkeitsrecht, meldete sich telefonisch die Kriminalpolizei. Ein Schock! Dieser Schock wurde noch etwas intensiver, als der Kriminalbeamte anordnete, dass der Schulleiter (mittlerweile ein anderer) sich zur Einvernahme in der St. Pöltner Landespolizeidirektion einzufinden habe. Warum? Urkundenfälschung! Auf mein Nachfragen wurde mir mitgeteilt, dass die Lernwerkstatt als Zeugnisformular jenes der Hauptschule verwendet. Und da dies rechtlich nicht zulässig ist, wurden wir angezeigt. Von wem? Das wurde uns telefonisch nicht mitgeteilt.

Also machten wir, unser Schulleiter und ich, uns auf den Weg zur Polizei. Beide sind wir bis heute begeisterte Krimifans. Doch es ist nun einmal ein Unterschied, ob man gemütlich im Lesesessel schmökert, zur Realität einer Polizeidienststelle. Da waren wir dann doch ganz schön nervös. Ausweisen an der Pforte, danach von einem sehr gestrengen Beamten abgeholt und in ein von Aktenstapeln überbordendes Büro geführt. Dort wurden wir dann einvernommen. Der Beamte war sehr genervt und hat sichtlich etwas Zeit gebraucht, um den Sachverhalt zu durchblicken. Und der war nun einmal, dass er es hier mit einer Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht zu tun hat- anstatt seiner eher gewohnten Klientel. Diese Privatschule hatte einen eigenen Lehrplan verfasst, der vom Bildungsministerium als erster österreichischer Reformlehrplan approbiert wurde.

So weit so gut. Was das Ministerium, die zuständige NÖ Bildungsbehörde und wir allerdings bei der Erstellung des Lehrplans nicht bedacht hatten, war das Zeugnis. Als wir damals aus aktuellem Anlass – zur Zeugniszeit – draufgekommen waren, dass wir ja kein eigenes Zeugnis hatten, wurde bei der zuständigen Behörde nachgefragt. Und wir bekamen die Antwort: „Ja nehmt eben das Hauptschulzeugnis.“ Das hatten wir dann auch gemacht. Und zum großen Glück wurde damals eine Aktennotiz dieses Gesprächs angefertigt. 

Diese ganze Historie hatten wir dem Kriminalbeamten erzählt. Der war dann doch sehr verwundert, dass er sich mit so einer Geschichte abgeben muss, wo doch die Aktenstapel sich auf seinem Schreibtisch türmten und er u.a. Autodiebstähle, Einbrüche usw. aufklären musste. Er war dann doch sehr erstaunt, dass wir da gleich angezeigt wurden.

Ja und wieder mussten die „Diplomaten“ unserer Schule ausrücken, um mit der Behörde die Angelegenheit aufzurollen und wieder zu befrieden. Das Ministerium hat dann eiligst ein Zeugnisformular für unseren Lehrplan entworfen und dieses wurde uns dann vorgelegt, ein bis heute etwas gewöhnungsbedürftiges Formular, welches sich ohne zusätzliche Erklärung eigentlich nicht verwenden lässt.

Unser Fazit nach dem Besuch bei der Kriminalpolizei war jedenfalls, dass uns dieses Live-Erlebnis vollkommen gereicht hat und wir künftig weiterhin bei den fiktiven Romanen bleiben werden.

Das waren sozusagen zwei Kostproben von handfesten Krisen der Lernwerkstatt. Das sollte ja zu einem Jubiläum auch erwähnt werden. Nicht nur das Schwelgen und Beweihräuchern der so tollen Schule. Das schon auch. Doch auch wenn es schon sehr abgedroschen klingt: Die Krisen haben die Schulgemeinschaft (Dank des guten Ausgangs, das muss schon auch betont werden) auch in ihrer gemeinschaftlichen Entwicklung weitergebracht. 

Krise als Chance – das möchte ja niemand hören, der gerade mittendrin steckt. Doch bewältigte Krisen stärken auch. Meiner Erfahrung nach stimmt das schon. Das sind die Wachstumsschmerzen in der Entwicklung. Auch wenn sie niemand bewusst möchte.

Und weil wir jetzt schon beim Thema sind: Die ganz persönlichen Krisen gab es auch bzw. gibt es immer wieder bei Kindern und deren Eltern. 

Voller Freude entschließen sich Eltern, ihre Kinder in die Lernwerkstatt zu geben. Die Kinder können sich hier entfalten, ihren Interessen selbstbestimmt nachgehen und werden von kompetenten BegleiterInnen liebevoll dabei unterstützt. Da kann es doch keine Krise geben! Manchmal dann eben doch. Oftmals ergeben sich Krisen bei den Eltern, wenn Kinder und später Jugendliche sich in Übergangsphasen befinden. Nach einigen Jahren, ungefähr im dritten oder vierten Jahr in der Lernwerkstatt, zeigen sich die ersten „Ermüdungserscheinungen“. Vergleichbar eventuell mit einem Liebespaar, dass ja erstmal alles toll aneinander findet und so glücklich ist, dass man einander gefunden hat. Das Gefühl der ersten Verliebtheit hält jedoch bekanntermaßen nicht an. Ähnlich verhält es sich manchmal auch bei Eltern. Erst findet man einfach alles toll. Doch die vielen Mitarbeitsstunden, die notwendig sind, um den Schulbetrieb finanziell aufrecht zu erhalten, können schon ganz schön fordernd sein. Die Menschen im Verein, die PädagogInnen sind auch alle sehr angenehm. Schließlich ist man hier unter Gleichgesinnten. Grundsätzlich schon, doch natürlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten oder es schmerzen Äußerungen, die mitunter auch falsch verstanden wurden usw. Obwohl die Gesprächskultur in der Lernwerkstatt von gegenseitigem Respekt getragen ist, kommen Missverständnisse oder Frustrationsgefühle vor. 

Zusätzlich kann dazu kommen, dass die manchmal unbewussten Erwartungen an das eigene Kind sich nicht an die eigenen Vorsätze, dass das Kind sich im eigenen Tempo entwickeln solle, halten. Beim Schuleinstieg steht die Überzeugung im Vordergrund: „Mein Kind kann sich frei entfalten, es wird zu nichts gezwungen. Mein Kind soll am besten immer glücklich sein.“ Ein von Eltern nachvollziehbarer Wunsch. In der Realität – auch der Lernwerkstatt – kann es vorkommen, dass Kinder schwierige Phasen durchmachen. Wichtig ist, dass diese von allen Bezugspersonen wahrgenommen werden und gemeinsam reflektiert wird, wie nun das Kind gut unterstützt werden kann. Manchmal reicht bereits der ehrliche Austausch der Bezugspersonen, dass dem Kind der nächste Entwicklungsschritt möglich ist. Manchmal ist mehr Geduld und vor allem viel Vertrauen gefragt. Doch meist gehen Entwicklungsschritte Hand in Hand bei Kind und Eltern. Nicht umsonst heißt der Trägerverein der Lernwerkstatt „Mit Kindern wachsen“.

In dieser Phase können Fragen auftauchen – wie: „Kann sich mein Kind nicht schön langsam für Mathematik interessieren? Spielen schön und gut, wann wird denn nun wirklich ernsthaft gelernt?“ Die eigene Schulerfahrung, Glaubenssätze aus der eigenen Kindheit halten sich hartnäckig und können in Stresssituationen aus längst bewältigt geglaubten Ecken des eigenen Bewusstseins hervorkriechen. Auch in diesem Fall empfiehlt sich der Austausch mit den PädagogInnen oder schon „erfahrenen“ Eltern, die diese Phase bereits bewältigt haben. In der Lernwerkstatt gibt es eine Vielzahl an Austauschmöglichkeiten, die einladen an den verschiedensten Herausforderungen gemeinsam zu arbeiten.

Erfahrungsgemäß kann sich auch gegen Ende der Lernwerkstatt – also, wenn das Kind bereits jugendlich ist und das Ende der Pflichtschulzeit naht – eine Krise anbahnen. Es ist die Phase, wo die Jugendlichen nach ihrem weiteren Ausbildungsweg suchen. Und dies zu begleiten kann wiederum recht herausfordernd sein. Die Kinder sollen sich frei, ihren Vorlieben und Talenten gemäß entwickeln und dementsprechend soll dann die Berufswahl ausfallen. Das wünscht man sich doch für das eigene Kind. „Aber bitte kann mein Jugendlicher nicht auch ein bisschen meine Erwartungen und Wünsche erfüllen?“ Das könnte ein Satz sein, der so manchem Elternteil in dieser Zeit durch den Kopf gehen könnte. „Tante Gerda und Onkel Hubert gegenüber würde es sich so gut machen, wenn mein Bub das Gymnasium besuchen würde.“ Es geht aber natürlich nicht um die Erfüllung der Vorstellungen von Familienmitgliedern, sondern um das Entdecken der eigenen Bedürfnisse und Interessen des Jugendlichen. Bei welchen Themen geht dem/der Jugendlichen das Herz auf – was kann ich gut? Das sind die Fragen, die in dieser Zeit des Suchens im Vordergrund stehen müssen. Manchmal drängen die Eltern schon auf einen Wechsel in eine weiterführende Schule. Verständlich nach einer langen Lernwerkstattzeit mit vielen Verpflichtungen und hohen Kosten. Doch den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel zu finden braucht wieder Geduld und viel Austausch mit allen Beteiligten. Dass sich das Durchgehen durch diese hürdenreiche Zeit lohnt, haben bereits viele Generationen von Jugendlichen mit ihren Eltern unter Beweis gestellt. 

Und nun nähern wir uns der Beantwortung der Frage meiner Überschrift: „Warum tut man sich das an?“

Die Lernwerkstatt kostet viel Geld. Obwohl Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht gibt es keinen Rechtsanspruch auf Förderung. Privatschulen mit kirchlichem Hintergrund haben diesen sehr wohl. Doch deswegen einer Religionsgemeinschaft beitreten? Dies hat sich mit dem Selbstverständnis der Lernwerkstatt und derer toleranten Haltung gegenüber Menschen mit verschiedenster religiöser Orientierung bislang nicht vereinbaren lassen. 

Als ungerecht empfinde ich es und viele andere Menschen dennoch. Deshalb braucht die Schule SponsorInnen, die die Arbeit der Schule mit ihrem finanziellen Beitrag unterstützen. Diese Menschen müssen jedoch erst gefunden werden. Auch das ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Elternarbeit. Jeder Elternteil hat 40 Stunden im Semester an Elternarbeit zu leisten. Eine Vielzahl an Tätigkeiten steht dabei zur Auswahl. Auch hier je nach Vorliebe und Talent. Z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Bürotätigkeiten, Gebäudeerhaltung, Veranstaltungen organisieren und durchführen uvm. Besonders erwähnen möchte ich auch die Mitarbeit an der pädagogischen Zeitschrift „Freigeist“. Hier engagieren sich oft jahrelang nach ihrem Ausstieg aus der Lernwerkstatt ehemalige Eltern weiterhin ehrenamtlich. Ein schöner Beweis, dass die Mitarbeit nicht nur Mühen bereitet, sondern auch viel Freude bringen kann!

Neben der finanziellen und zeitlichen Belastung kommt noch hinzu, dass die meisten Familien weitere Anreisen zur Schule auf sich nehmen. Da kommen dann doch einige Kilometer zusammen im Laufe einer Pflichtschulzeit. Bei mehreren Kindern summiert sich diese Zeit mit der Kilometeranzahl entsprechend. Auch das sollte nicht unterschätzt werden.

Die „inneren Herausforderungen“, teilweise bereits bei den „Krisen-Beispielen“ beschrieben, bekommen hier nun auch einen Platz. Gemeinschaftlich kann vieles geschafft werden. Oft besser als alleine. Doch der Weg kann mitunter beschwerlich sein. Viele Diskussionen, das Tolerieren von anderen Meinungen, einen Konsens finden, sich immer wieder überlegen, wie ein weiteres Jahr mit äußerst knappen Budgetmitteln bewältigt werden kann. Welche Neuerungen brauchen wir in der Schule sonst noch etc. Auch eine ganze Klausurwoche miteinander verbringen. Das bringt viel Gemeinschaftsgefühl, viele neue Begegnungen, Freundschaften entstehen. Mühsam kann es jedoch auch sein. Je nach eigener Gefühlslage kann das eine wie das andere Gefühl überwiegen.

Stünde ich wieder vor der Entscheidung meine Kinder in die Lernwerkstatt zu geben bzw. selbst auch wieder eine verantwortungsvolle Führungsrolle einzunehmen, so fiele meine Antwort sofort mit einem klaren Ja aus. Außer vielleicht wenn es flächendeckend Schulen wie die Lernwerkstatt in jeder Gemeinde gäbe. Da es nun einmal nicht so ist, so bin ich froh und dankbar, dass es die Lernwerkstatt nun schon 35 Jahre gibt!

Denn hier erleben die Kinder respektvolles Miteinander und Toleranz, lernen ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und damit Schritt für Schritt Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Kinder erleben sich hier auf Grund der freien Auswahl ihrer Tätigkeiten selbstwirksam, sie bleiben neugierig und lernen Schwierigkeiten zu überwinden. Kinder und Jugendliche lernen in Teams zu arbeiten und sie lernen ihre eigenen Grenzen kennen. Sie lernen für sich, aber auch für andere einzustehen.

Diese Pädagogik ist nun schon seit Jahrzehnten erprobt und entwickelt sich auch beständig weiter. Zurzeit werfen Themen wie der Umgang mit den sozialen Medien und der künstlichen Intelligenz brennende Fragen auf. Meiner Ansicht nach sind Kinder und Jugendliche, die ihre Schulzeit in der Lernwerkstatt verbringen können, gut gerüstet, um kritisch mit diesen Medien umzugehen. Beruhigend finde ich auch, dass AbsolventInnen der Lernwerkstatt eher nicht nach populistischen Kräften – dem sogenannten „starken Mann“ – rufen, der vielerorts herbeigewünscht wird, wenn komplexe gesellschaftliche Probleme nach Lösungen verlangen. Wer in der Kindheit erfahren hat, wie Werte wie Respekt und Toleranz gelebt werden und gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen, hat keinen „starken Mann“ nötig.

Wenn Kinder und Jugendliche in ihrer ureigensten, unverwechselbaren Persönlichkeit gestärkt werden (statt sich überwiegend auf deren Schwächen zu konzentrieren) und wo Fehler erlaubt sind, erhält sich die Freude am Lernen ein Leben lang. Mich stimmt das sehr zuversichtlich und hoffnungsfroh in unserer derzeit instabilen Zeit.

Gäbe es nur mehr Schulen dieses Formates – wie gut würde dies unserer Gesellschaft, unserer Welt tun! Doch die AbsolventInnen der Lernwerkstatt sind Multiplikatoren in ihrem Umfeld und so leisten sie und das Wirken der Lernwerkstatt einen wichtigen gesellschaftspolitischen Beitrag für uns alle.

Darum tun wir uns das mit Engagement und Freude an!

Dazu wünsche ich allen weiterhin viel Kraft und Energie – alles Gute zum Jubiläum!

Wenn Sie daran teilhaben wollen, sind Sie herzlich eingeladen eine Freundin oder ein Freund der Lernwerkstatt zu werden. Mit Ihrem Beitrag tragen Sie zum weiteren Gelingen und gutem Fortbestand der Lernwerkstatt bei.

Infos:
www.mitkindernwachsen.org/freunde-der-lernwerkstatt/